Die Augmented Reality Technologie begegnet immer mehr Usern, Besuchern, Kunden und Mitarbeitenden in Apps, Ausstellungen, Showrooms und Läden. Die Technologie spricht durch ihren innovativen Charakter an. Für eine erfolgreichere Anwendung von AR im Digital Marketing lohnt es sich, auf fünf Aspekte ein besonderes Augenmerk zu richten! 5 Tipps dazu von unseren Spezialisten im Gebiet Augmented Reality: Yves Reitmann und Khoa Nguyen.

Kill your darlings

AR-Applikationen laufen in der Regel mit 60 Frames-per-Second (FPS). Das bedeutet, dass das Device in der Lage sein muss, 60 Mal in der Sekunde ein Bild zu berechnen und auf dem Monitor auszugeben. Dies, während es gleichzeitig die Umgebung scannt, Sound laufen lässt, auf Userinput reagiert und allfällige Applikationsdaten lädt.

Da mobile Geräte leider nicht mit derselben Rechenpower wie ein Desktopcomputer oder vergleichbare Geräte ausgestattet sind, muss man daher gewisse Kompromisse bei der Appentwicklung eingehen. Das Einhalten der 60 FPS ist besonders bei AR Brillen elementar, da ein Unterbruch des Bildflusses stark als störend wahrgenommen wird. Im Gegenzug werden daher oft die 3D-Modelle weniger stark ausgearbeitet, um sie in einer verträglichen Grösse einbinden zu können. Aus diesem Grund sind fotorealistische Umsetzungen oder eine Annäherung daran, wie man es z.B. aus heutigen Computerspielen kennt, leider mit der Rechenleistung der heutigen Hardware noch nicht oder nur sehr begrenzt möglich.

Um dennoch mehr Details in den Modellen darzustellen, kann die App so programmiert werden, dass immer nur ein Teilbereich der ganzen Daten geladen wird – sprich nur das, was der User gerade im Blickwinkel hat. Dies setzt aber ein Konzept voraus, welches zulässt, dass nicht immer alles sichtbar ist.

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Kenne deine Nutzer

Wie es bei der Softwareentwicklung üblich ist, sollte man sich Gedanken über den Anwender und spezifisch über die Benutzerführung machen. Da viele User mit AR noch wenig vertraut sind, ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass die Applikation benutzerfreundlich ist.

Die Applikation sollte deshalb intuitiv bedienbar sein und die Interaktionsmöglichkeiten während der Applikationslaufzeit erklärt werden. Konzipiert man eine auf den Ort zugeschnittene Applikation, ist es von Vorteil, auch die Grösse der Benutzer in Betracht zu ziehen. Denn es ist bspw. wenig sinnvoll, in einer auf Kinder ausgerichteten Applikation die Hologramme auf mehr als einem Meter Höhe zu platzieren, wie man es im Falle einer Applikation für Erwachsene machen würde.

Viele AR-fähige Devices lassen Gesten und/oder Sprachsteuerung zu. Dies kann die Userinteraktion extrem vereinfachen. Wird die Applikation an öffentlichen Orten eingesetzt, könnte eine solche Steuerung durch den User aber auch als entblössend wahrgenommen werden. Es gilt sich hier kritisch zu hinterfragen, ob es auch alternative Interaktionsmöglichkeiten gibt (wie z.B. das Auslösen einer Aktion durch das Fokussieren eines bestimmten Punktes).

Nutze das Potential

Augmented Reality bereichert das Umfeld eines Users mit Hologrammen, welche sich im Optimalfall perfekt in die Umgebung integrieren. Damit der User diese Hologramme als "perfekt integriert" wahrnimmt, müssen sie nicht nur an einem sinnvollen Ort im Raum platziert werden (siehe oben), sondern sie sollten selbst auch eine räumliche Tiefe haben.

Inhalte werden demnach in einer AR-App bevorzugt als dreidimensionale Objekte dargestellt. Das ganze Potential des Mediums wird verschwendet, wenn man nur über Bilder, eingebundene Filme oder gar Texte kommuniziert. Falls trotzdem solche zweidimensionalen Elemente vorkommen, ist es sinnvoll, sie in 3D-Objekte einzubetten. Beispielsweise könnte man einen Film in einen dreidimensionalen TV-Screen einbinden. Im besten Fall können im Film vorkommende Inhalte zusätzlich in der Peripherie des Screens als 3D-Objekte dargestellt werden und den kommunizierten Inhalt ergänzen oder unterstützen. Dieser Ansatz findet zum Beispiel im virtuellen Showroom von Six Anwendung.

 

Experte für Augmented Reality im Digital Marketing

Yves Reitmann, Head of Creative Advisory