In der aktuellen Zeit sind physische Veranstaltungen eine Seltenheit. Wie können Unternehmen trotzdem Nähe zu ihren Kunden gewinnen? Indem sie Veranstaltungen zwar live durchführen, aber virtuell übertragen und dadurch trotzdem bei ihren Kunden präsent sind.

Livestreaming bezeichnet ein Media-Angebot, das in Echtzeit auf digitalen Kanälen bereitgestellt wird. Nachfolgend erklärt Yves Reitmann, was für einen erfolgreichen Livestream benötigt wird und wieso diese Kommunikationsform heute an Bedeutung gewinnt. 

Wieso sind Livestreams heute wichtig?

Die Umsetzung von Livestreams bringt Vorteile mit sich:

  • Nähe in virtuellen Zeiten: Aktuell sind keine physischen Events möglich, was die Interaktion mit Kunden und Partnern stark einschränkt. Livestreams bieten die Möglichkeit, zumindest virtuell mit Kunden zu interagieren.
  • Neue Zielgruppe erschliessen: Der Zeitaufwand für klassische Events ist für Teilnehmer hoch. Dies aufgrund von Anreisen, aber auch weil bei physischen Events in der Regel über die volle Distanz teilgenommen wird. Die virtuelle Form von Events gibt uns hier neue Möglichkeiten und entspricht viel mehr dem heutigen Lifestyle von «überall und selbstbestimmt digital konsumieren».
  • Digitale Kompetenz zeigen: Unternehmen demonstrieren mit der Umsetzung von Livestreams ihre Kompetenz für digitale Kundeninteraktion.

Was wird für einen Livestream benötigt?

Livestreams sollen sorgfältig geplant, technisch richtig aufgestellt und gut moderiert werden:

  • Planung & Konzeption: Ein Livestream soll nicht länger als eine Stunde dauern und Platz für Fragen bieten. In der Vorbereitung wird ein detailliertes Konzept und ein Drehbuch zum gesamten Ablauf (wie viele Personen, wie viele Referate, Interaktionsformen, etc.) erarbeitet. Für einen erfolgreichen Event sollte genug Zeit zur Vorbereitung (ca. 6-8 Wochen) und für die Kommunikation (ca. 4 Wochen) eingeplant werden.
  • Technisches Setup: Wie viele Personen sind auf der Bühne? Wie viel Licht und wie viele Kameras werden benötigt? Welche Einblendungen (Layers, Perspektiven) werden gebraucht? Das Konzept und die Räumlichkeiten bestimmen das technische Setup. 
  • Kommunikation & Moderation: Bei Livestream-Events können alle Kanäle für die Kommunikation genutzt und dadurch eine breite Zielgruppe erreicht werden. Ein einfacher Einladungs- und Anmeldungsprozess ist dabei besonders wichtig, um eine hohe Conversion zu erreichen. Am Livestream selbst sorgt ein guter Moderator für den roten Faden am Event. Er schafft eine angenehme Stimmung für Personen, die es sich nicht gewohnt sind vor der Kamera zu stehen. Eine gute Moderation ist daher matchentscheidend!

Wie wird ein Livestream interessant gestaltet?

Abwechslung ist der Schlüssel zum Erfolg, egal ob sprachlich oder visuell. Diese Abwechslung wird zum Beispiel durch das Einsetzen von verschiedenen Ansichten (z.B. Split Screens, Picture-in-Picture), Interaktionen zwischen den Protagonisten oder unterschiedlichen Kameraeinstellungen erreicht.

Bei einem Livestream mit Gästen fasst der Moderator nach einem Referat die zentralen Punkte zusammen, stellt bereits eine typische Frage und kreiert dadurch ein lebhaftes Live-Feeling. Danach können auch Fragen von Teilnehmenden integriert werden. Gefilmt wird mit zwei bis drei Kameras und unterschiedlichen Kameraeinstellungen (Close-Ups, Long Shots), was eine abwechslungsreiche Inszenierung sicherstellt. Durch Interaktionsmöglichkeiten können Zuschauer eingebunden werden, was einen Event lebhafter macht. 

Wie werden Interaktionen mit den Teilnehmern ermöglicht?

Interaktionen gestalten Livestreams interessanter und können auf zwei Arten ermöglicht werden:

  • Umfragen/Votings: Votings sind eine gute Interaktionsmöglichkeit, um direktes Feedback einzuholen. Umfragen können sowohl zu Beginn (bspw. Abfragen von Vorstellungen) wie auch am Ende eines Referats eingesetzt werden, zum Beispiel für die Zustimmung zu getätigten Aussagen oder für ein abschliessendes Feedback.
  • Fragen/Chat-Funktion: Diese Interaktionsmethode ist abhängig von der eingesetzten Streaming-Plattform. Ein Live-Chat kann z.B. als Fragebox verwendet werden, in welcher Fragen jederzeit platziert werden dürfen. Ob direkt darauf eingegangen wird oder am Ende des Events ist ein Thema von Setup und Planung. Wichtig ist die Beantwortung aller Fragen sicherzustellen, ohne den Zeitrahmen des Events zu überschreiten. Dies kann durch eine schriftliche oder gefilmte Beantwortung im Nachgang sichergestellt werden. 

Wie wird sich Livestreaming in Zukunft entwickeln?

Das Thema wird weiterhin an Relevanz gewinnen. Auch wenn der Verlauf der Pandemie schwer einzuschätzen ist, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis wir wieder regelmässig physische Events besuchen. Daher ist davon auszugehen, dass Livestreams auch künftig eine wichtige Interaktionsform bleiben. Mit dem steigenden Trend «überall und jederzeit konsumieren zu wollen» wird die Form von digitalen Events weiter an Relevanz gewinnen. Ebenso eröffnen hybride Events (physischer Event mit Online-Zugang) neue Möglichkeiten, da wir mit nur einem Event mehr Personen und verschiedene Zielgruppen erreichen können.